22. Jan. 2026

JELLO und die Patisserie von Versailles

Bevor JELLO ein Glasobjekt wurde, war es eine Sammlung von Bildern in meinem Kopf: alte Kochbücher, außergewöhnliche Desserts und die Festmahle aus Märchen und Filmen. Die Schöne und das Biest, Alice im Wunderland und Sofia Coppolas Marie Antoinette mit ihren pastellfarbenen Kuchen und Süßigkeiten in Versailles gehörten alle dazu.

Gruppe mundgeblasener JELLO Glasglocken von STUDIO BERG in Pastellfarben, wie Glaskuchen
photo by Anne Deppe

Gelees als vergängliche Skulpturen

Bei meiner Recherche zur Geschichte von Kuchen und Gelees habe ich herausgefunden, wie viel Aufwand früher in Desserts steckte. In wohlhabenden Haushalten kamen kunstvolle Gelees als vergängliche Skulpturen auf den Tisch, geformt in englischen und französischen Kupferformen mit Türmen, Rippen und Kuppeln. Traditionelle deutsche Gugelhupfformen aus Gusseisen, oft nach ihrem Fassungsvermögen in Litern benannt, wurden zu den Vorbildern für die beiden größten JELLO Formen.

JELLO Glasglocken von STUDIO BERG, arrangiert wie ein Patisserie-Stillleben
photo by Anne Deppe

Glas statt Zucker

Glasmacher Torsten Rötzsch bläst die großen JELLOs direkt in die antiken Gusseisenformen. Für die kleineren entstehen in meinem Berliner Studio Gipsformen, nach dem Vorbild historischer Dessertformen aus Kupfer. Transparente Farben sehen aus wie Fruchtgelee, opake wie Sahne, Vanillecreme oder Milchpudding.

Pastellfarbene JELLO Glaskuchen von STUDIO BERG aus cremigem, opakem Glas
photo by Anne Deppe

Ein Kuchen in Versailles war am Abend verschwunden. Ein JELLO bleibt: auf dem Schminktisch über Schmuck, auf dem Sideboard über Pralinen oder einfach als kleines Stück Patisserie aus Glas.

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